Heute würde der am 29. Mai 2021 in Israel verstorbene Bildhauer Dani Karavan, am 7. Dezember 1930 in Tel Aviv geboren, 95 Jahre alt. Insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland, Israel und Frankreich hat Dani Karavan Kunst-, Denk- und Gedenkräume kreiert, die gerade in ihrer Offenheit für Menschen, Städte, Bevölkerungen, die Lebenden und das Gedenken an die Opfer von Hass-Ideologien nicht einfach ein Bleibendes SIND. Bleibendes ist immer im Werden begriffen, es entsteht, wenn wir Erinnerung und Gedenken im Geist universeller Menschenrechte entwickeln.

Direkt gegenüber vom Bundestag im Reichstag erinnert Dani Karavans Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas auch den aktuellen Bundestag an die Opfer deutscher nationalistischer, rassistischer, antiziganistischer Hass-Ideologien. Vielleicht werfen auch einige Politiker der Union mal einen Blick darauf, der Antiziganismus-Beauftragte der Bundesregierung zumindest könnte das für angezeigt halten (https://www.spiegel.de/politik/deutschland/diskriminierung-antiziganismus-beauftragter-kritisiert-parteifreunde-a-ef3eac7e-2e0c-486e-afb3-03adab7e38a0). Überlebende und Nachkommen auch dieses Völkermordes leben mitten unter uns – und Mitte ist dort, wo Menschen einander in Respekt und Geschwisterlichkeit als MENSCHEN begegnen.

Zwischen dem Jakob-Kaiser-Haus (zum Bundestag gehörend) und der Spree erstreckt sich, in seiner Ausdehnung vielleicht oft unbemerkt, das „Grundgesetz 1949“: Die 19 Grundrechtsartikel sind Glastafeln eingraviert und einem Werk eingebettet, das sich vom Jakob-Kaiser-Haus bis zur Spree erstreckt. „Grundgesetz 1949“ bildet eine Art „Passage“ zum Spreeufer hin und erinnert damit auch an „Passagen“, den von Karavan geschaffenen Gedenkort für Walter Benjamin in Port Bou (vgl. meinen Beitrag vom 26. September 2025).

Zwischen diesen Werken, dem Deutschen Bundestag mittelbar oder unmittelbar benachbart, könnte sich der Bundestag im historischen Reichstagsgebäude als Raum für Menschen, Zivilgesellschaft, Menschenrechte erweisen – nicht zuletzt im Gedenken an die Opfer der Schoa und weiterer deutscher Völkermorde.